Wider das Gewohnheitstier – Weiterbildung von Führungspersonal

Wider das Gewohnheitstier – Weiterbildung von Führungspersonal

Spätestens seit dem Sturm auf die Bastille steht der absolute Führungsstil in der Kritik. Das gilt nicht nur für Staatenlenker, sondern auch für Führungskräfte in Unternehmen. Egal, ob CEO oder Abteilungsleiter – das Credo „Chef hat immer Recht“ ist mehr als überholt. Natürlich muss man in leitender Funktion Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen, aber zu oft reißt einen die jahrelange Routine dazu hin, den eigenen Weg für vollkommen zu halten und keinen Blick jenseits der eigenen Gewohnheitsscheuklappen zu riskieren. Dies ist weder ein Plädoyer gegen Erfahrung noch für Anarchie, jedoch eines für das Hinterfragen der eigenen, vielleicht sogar festgefahrenen, Meinung und gegen das Ignorieren alternativer Stimmen. Führungskräfte müssen wie alle Mitarbeiter stets an sich arbeiten und sich weiterbilden. Das ist die Voraussetzung für eine zeitgemäße Führungs- und Unternehmenskultur.

Fachwissen ist Macht

Eine gute Führungskraft zeichnet sich durch die Kombination von profundem Fachwissen und einem guten Führungsstil aus. Deshalb ist es durchaus nötig, dass Chefinnen und Abteilungsleiter stets über die aktuellsten Trends, Materialien sowie Produktionsweisen informiert sind. Gerade vor dem Hintergrund ökologischer Nachhaltigkeit, ist auch die Textilbranche in Bewegung und zeigt großen Erfindungsgeist. Damit entspricht sie der Nachfrage der Kundschaft und schafft somit schlagkräftige neue Verkaufsargumente. Aber auch die Auffrischung von Basiswissen schadet selten und kann helfen, Brücken zwischen Altbewährtem und Brandneuem zu schlagen.

Die Dynamik der Kommunikation

Es gilt außerdem zu bedenken, dass sich der gesellschaftliche Wandel immer schneller vollzieht. Veränderungen des Kommunikationsverhaltens und von Wertvorstellungen spielen sowohl in die Personalführung als auch in das Verkaufsgespräch mit ein. Ein essentielles Schlüsselwort für erfolgreiche Kommunikation ist Empathie. Die Fähigkeit, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, hilft nicht nur besser zu verstehen was Kunden oder Mitarbeiter antreibt, sondern auch die eigene Verhaltensweise zu reflektieren. Der Mensch muss ständig daran arbeiten, anderen gegenüber offen und flexibel gegenüber Neuem zu sein. Gerade in diesem doch eher abstrakten Feld können Seminare mit Rollenspielen helfen, unterschiedliche Positionen einzunehmen und so neue Sichtweisen kennenzulernen.

Wege zu neuem Wissen

Die Möglichkeiten der Weiterbildungsmaßnahmen sind darüberhinaus vielfältig. Neben Kursen klassischer Anbieter wie der IHK oder auch privater Träger, wie der Bodywear Consulting Dizayn A.S., können vor allem interaktive Workshops besonders effektiv sein. Allein schon der Austausch mit anderen Führungs- und Fachkräften bei solchen Veranstaltungen kann neue Impulse setzen. Überhaupt sollte auch der Austausch mit Mitarbeitern dazu genutzt werden, um als Führungskraft das Unternehmen durch eine andere Brille zu sehen. Sir Richard Branson, Gründer der Virgin Group, sprach sich kürzlich dafür aus, ausnahmslos jeden Mitarbeiter anzuhören und allen die Möglichkeit zu bieten, sich einzubringen. Einerseits ist der Mitarbeiter oftmals näher an der Kundschaft dran und kann eher einschätzen, was sie wirklich braucht. Dies ist eine wertvolle Ergänzung zu großflächigen Studien, die auf den Schreibtischen der großen Fische landen. Andererseits steigert der Einbezug auch die Motivation von Mitarbeitern, wenn diese wissen, dass ihre Meinung zählt. Abschließend sei noch auf Online-Schulungsangebote hingewiesen, welche sich passgenau auswählen lassen. Keinesfalls schadet außerdem die regelmäßige Lektüre der Branchenpresse.

Weiterbildung der Weiterbilder

Weiterbildung für Führungskräfte ist nicht nur von hoher Bedeutung, damit diese selbst ihrer Arbeit optimal nachgehen können, sondern auch, weil ihnen eine gewisse Vorbildfunktion zukommt. Chefinnen und Chefs müssen mit ihren Mitarbeitern zusammenarbeiten und dadurch ihr Expertenwissen weitergeben (und vice versa). Diejenigen Abteilungsleiter, die an vorderster Front mitkämpfen, statt sich nur ins Backoffice zurückzuziehen, können den Kollegen so neue Verkaufsstrategien und Fachwissen vermitteln und durch den aktiven Austausch noch dazulernen. Alle Beteiligten müssen sich bewusstmachen, dass zu arbeiten nicht gleichbedeutend mit nicht lernen ist und umgekehrt eine Weiterbildung nicht bedeutet, dass man nicht arbeitet. Wieder einmal dreht sich alles um den Perspektivenwechsel. In diesem Sinne: Vive la révolution!

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